Natalie Bastian – Wöchentlicher Report Nr. 4

 In Besuchsberichte

„Kerala – Gods own land (Gottes Land)” – Sir Paul McCartney

Nach einer weiteren Woche hier in Indien kann ich sagen, dass dieses Zitat absolut korrekt ist. Diese Woche war ich nicht nur in St. Johns, sondern habe sehr viel Zeit der Natur verbracht.

Als erstes machten wir einen Ausflug zum Neyyar Dam. Morgens sagte mir Pater Jose noch, dass es ein schöner Platz sei und es mir dort bestimmt gefallen werde, aber meiner Meinung nach war das untertrieben. Was ich schliesslich an diesem Tag gesehen habe, war (jedenfalls bisher) einer der schönsten Orte, an dem ich jemals war. Es gibt dort einen See (Nei-Aar) mit sehr klarem Wasser und darum herum überall Palmen, Palmen, Palmen. Wenn man einen kleinen Turm besteigt, hat man einen unglaublichen Blick über den See. Das Wasser wird aber genutzt, weshalb ein Damm gebaut wurde und zwei Kanäle das Wasser, was hier ziemlich kostbar ist, zu den Farmern transportieren. Ausserdem gibt es die Möglichkeit, den Neyyar Garden zu besuchen, der einem wie ein Platz aus einem Märchen erscheint, weil es dort jede Menge Springbrunnen und Wasserfälle gibt. Um den Tag kurz zusammen zu fassen: Unglaublich!

In St. Johns haben wir derzeit ein paar Baustellen und jeder hilft mit – ganz egal wo. Zusammen mit den ältesten Jungs hier habe ich das Aquarium gereinigt, was ein bisschen eklig war, aber der Spass hat dann doch überwogen. Die Jungs haben die ganze Zeit versucht, mich ins Wasser zu werfen, weil dort ein riesiger Fisch war. Zum Glück waren sie nicht erfolgreich.

An einem anderen Tag waren dann auch die jüngeren Kinder bei der Arbeit dabei. Es gab einen grossen Berg Erde. Die Aufgabe war es, die Erde in kleine Tüten zu füllen, die dann später genutzt werden, um neue Pflanzen zu setzen. Die Kinder hatten eine Menge Spass und haben sich immer wieder selbst in die Erde geschmissen, weshalb am Schluss eine Dusche Pflicht war!

Nach der Kirche am Freitagabend habe ich kurz mit einer Schwester gesprochen und sie meinte, Pater Jose solle mir unbedingt ein paar indische Klamotten kaufen – ich würde darin bestimmt toll aussehen. Da ich am Samstag sowieso ein paar Erledigungen machen musste, ging ich zusammen mit Sister Nancy in der Stadt shoppen und anschliessend noch zum Schneider und jetzt habe ich mein erstes indisches Outfit. Unsere Shoppingtour beendeten wir dann in einem Indian Coffee Shop mit einer Tasse Tee und Gebäck. Meine Errungenschaft konnte ich dann gleich am Sonntag in der Kirche anziehen. Es war eine besondere Messe (und dauerte wieder 3 Stunden), da wir das Diamanten- Jubiläum eines Bischoffs gefeiert haben, der Vincent heisst. In einer Rede erzählte Pater Matthew von seiner Beziehung zu Vincent. Er kennt ihn, seit er ein kleiner Junge ist und er ihm damals von seinem Glauben erzählt hat. Letztendlich war das der Grund, weshalb Vincent Priester wurde. Ich hatte ein interessantes Gespräch mit ihm, er kann Deutsch sprechen und reist nächste Woche für vier Wochen nach Deutschland. Er hat mir versprochen, Deutschland für mich mit zu geniessen.

Am Dienstag hatten wir Gäste von einer Universität, die gerade eine kleine Tour machen und an verschiedenen Stationen halten, um dort Geld zu spenden. Der Nachmittag war ziemlich lustig. Sowohl die Kinder als auch die Gäste führten ein paar Tanzstücke vor und bei Kuchen und Tee kam es noch zu einigen Gesprächen.

Zusammengefasst hatte ich also wieder eine schöne Woche und ich kann es nicht glauben, dass ich inzwischen schon seit einem Monat hier bin.

Aus Indien, Natalie

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