Natalie Bastian – Wöchentlicher Report Nr. 1

 In Besuchsberichte

Als ich Donnerstag in Trivandrum, Indien, um 3.30 Uhr in der Nacht ankam, hatte es noch 35 Grad, was ich von Deutschland nicht gewohnt war. Pater Jose und ein weiterer Arbeiter von St. Johns holten mich am Flughafen ab und wir fuhren zu meinem Zuhause für die nächsten drei Monate.

Ich arbeite hier in St. Johns als Englisch- Lehrerin und nach einer Woche kann ich sagen, dass es mir gefällt. Die Kinder haben natürlich unterschiedliche Stärken und Schwächen, aber die meisten von ihnen sind daran interessiert, ihr Englisch zu verbessern, was für sie und ihre Zukunft wichtig sein wird.

Da diese Woche Arbeiten geschrieben werden, mussten die Kinder die Tage über viel lernen – auch am Sonntag, an dem die Kinder eigentlich frei haben. Da einige Kinder aber keine Arbeiten schrieben, habe ich mit ihnen die Zeit verbracht, Spiele gespielt und durch verschiedene Methoden neue englische Vokabeln gelernt.

Dadurch, dass ich den Tag mit den Kindern und den anderen Mitgliedern von St. Johns verbringe, erfahre ich viel über die indische Kultur und wie die Menschen hier leben. Schon am ersten Tag war vor allem der Verkehr hier in Indien für mich was ganz Neues. Man ist ständig am Überholen, Hupen und befindet sich somit auch ständig auf der anderen Straßenfahrbahn – ganz anders als zum meist vornehmen Fahren der Deutschen. Natürlich muss ich hier auch mein Leben in Deutschland in das der Inder umtauschen, die im Gegensatz zu uns Deutschen ein ziemlich einfaches Leben führen.

Inder sind sehr freundlich, wie ich gleich zu Beginn feststellen konnte. Ich war mit Ärzten und Krankenschwestern unterwegs. Wir machten vier Stopps, z.B. an einer Kirche, einer Schule oder auch in einem Altersheim. Zu diesen Stationen kamen dann die Leute der Nachbarschaft und der Umgebung und die Schwestern kontrollierten den Blutzucker der Besucher, denn sie alle waren Diabetiker. Das Ganze ist ein Projekt, das schon viele Jahre existiert und für mich als Außenstehende wirkte es so, als wären die Leute wirklich sehr dankbar dafür! Neben der medizinischen Erfahrung, die ich an diesem Tag machen durfte, habe ich auch eine Menge von der Natur und der Umgebung hier gesehen. Wir waren 8 Stunden lang unterwegs und waren sogar im Nachbarstaat Keralas, in Tamil Nadu, der östlich von Kerala liegt.

In den letzten Tagen war hier ein besonderes Ereignis. Acht Tage lang wurde für Maria, Jesu Mutter gebetet. Jeden Abend wurde eine Messe gehalten, die jeweils gute drei Stunden ging. Es wurde viel gesungen und gebetet, alles in Malayalam. Am Dienstagabend war dann die letzte Messe und im Anschluss liefen wir durch die Straßen – geschmückt mit bunten Schirmen und Lichtern und den Kindern hat es wirklich sehr gefallen. Manche von ihnen waren direkt mit einbezogen und spielten zum Beispiel Maria oder Engel. Für mich war es wirklich unglaublich und ein ziemlich beeindruckendes Erlebnis und das Geschehen war ein Mix aus Fasching, Fronleichnam und Patrozinium.

Da hier in St. Johns ein neues Gebäude errichtet wird, war ein Kardinal, er ist das Oberhaupt der Malayalam- Kirche, zu Besuch. Er segnete das Feld und hat den Grundstein persönlich gelegt. Danach frühstückten wir alle zusammen und da er gutes Deutsch konnte, durfte ich sogar mit ihm ein paar Worte in Deutsch wechseln.

Aus Indien, Natalie

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