Maximilian Schroff – Wöchentlicher Bericht Nr. 3

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Zunächst möchte ich sagen, dass sich ein Monat in Indien sehr lange anhört. Aber nun bin ich am Ende meiner dritten Woche und bemerke wie schnell die Zeit vergeht. Und jetzt wo ich mich gerade an die komplette Umstellung auf ein „neues“ Leben gewöhnt habe, muss ich bald schon wieder gehen. Aber ich lasse nicht zu, dass der Gedanke meine jetzt noch kostbarere Zeit hier zerstört.

In dem Brief an Jay und Len Vögele letzten Freitag, habe ich die Onam Feier erwähnt. In diesem Bericht möchte ich mehr in die Details dieser sehr wichtigen Feier gehen.
Die ersten Aufzeichnungen über dieses Fest werden während der Herrschaft von Kulasekhara Perumals um das Jahr 800 gefunden. Der Legende nach hat König Mahabali, welcher Kerala regierte, ein Asura (Dämon) gerufen. Er war ein weiser, wohlwollender und umsichtiger Herrscher, welcher von allen Untertanen geliebt wurde. Es hat sich schnell herum gesprochen, dass er ein guter König war, aber als er seine Herrschaft auf den Himmel und die Unterwelt ausweitete, fühlten sich die Götter herausgefordert und begannen seine Herrschaft zu fürchten. Vorausgesetzt, dass er zu mächtig wird, hat Indra, König aller Götter, mit Vishnu, eine Art Teufel, geplant Mahabali´s Macht zu schmälern. Vishnu hat sich in einen Zwerg verwandelt, genannt Vamana, dieser fragte Mahabali nach Hilfe. Daraufhin hat ihm Mahabali einen Wunsch freigegeben. Vamana fragte nach drei Landstücken und der König stimmte zu. Vishnu, in Gestalt von Vamana, erhöhte seine Statur und im ersten Schritt nahm er den Himmel, mit dem Zweiten die Unterwelt. Als Mahabali bemerkte, dass mit dem dritten Landstück, die Erde gemeint war, bot er ihm seinen Kopf an. Mit Vishnu´s drittem Schritt schickte er Mahabali ins Niemandsland, zuvor wurde er aber im Fegefeuer verbrannt. Vishnu gewährt ihm seinen Segen.

Solange er an seine Reich und sein Volk gebunden ist, darf er einmal im Jahr aus dem Exil zurückkehren. Onam feiert die Rückkehr des Königs Mahabali. Es ist der Tag, an dem ein dankbarer Keraler einen glorreichen Tribut an das Andenken für einen König, der alles für sein Volk gab, zahlt. Es wird traditionell für zehn Tage gefeiert und mit der Ernte kombiniert.

Es war eine wunderschöne Erfahrung und ich bin sehr glücklich, dass ich die Möglichkeit hatte in dieser sehr besonderen Zeit des Jahres in St.John´s zu sein.
Letzen Samstag, 22.08.2015, haben 500 Menschen Onam zusammen in St.John´s gefeiert. Es wurden vier Teams gebildet und wir haben zusammen gespielt, getanzt und gesungen. Es gab verschiedenste Wettbewerbe, Angefangen beim Entwerfen eines „Pookalam“ (Ich habe am Abend zuvor Blütenblätter bis halb 12 gepflückt), über einen Tanzwettbewerb bis hin zu einem simplen Wettbewerben wie zum Beispiel ein Sackrennen.

Falls jemand von Ihnen irgendwann nach Indien möchte, müssen Sie unbedingt ein „Pookalam“ (eine spezielle Anordnung von Blütenblättern) machen, obwohl es sehr anstrengend ist, ist das Ergebnis atemberauben.

Mit freundlichen Grüßen aus Indien,
Maximilian Schroff

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